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Presseübersic
FONO FORUM 03/08
Mit eigener Handschrift
Die Begegnung mit Leonard
Bernstein war für ihn ein Schlüsselerlebnis. Christoph
Eschenbach zählt zu seinen Förderern. Und doch wird Christopher
Tainton, dessen Konzertmitschnitt vom Klavier-Festival Ruhr dieser
Ausgabe beiliegt, zuallererst immer wieder auf seinen Vater
angesprochen. Marcus Stäbler sprach mit dem Pianisten in Hamburg
Die Frage nach seinem berühmten
Vater mag er inzwischen nicht mehr hören. Verständlicherweise.
Denn obwohl er Justus Frantz und das, was er erreicht hat, sehr
schätzt, ist Christopher Tainton doch viel stärker von seiner
Mutter Carol Tainton geprägt. "Ich bin ja mit ihr
aufgewachsen; sie war meine erste – übrigens hervorragende
–Lehrerin, und meinen Vater habe ich erst später so richtig
kennen gelernt. Dass ich mit Klavier angefangen habe, hat also mit
ihm gar nichts zu tun." Viel stärker hat ihn dagegen der
legendäre Lehrer Karl-Heinz Kämmerling geprägt, von dem er seit
seinem elften Lebensjahr in Hannover unterrichtet wurde. Ober ihn
spricht Tainton mit großer Bewunderung: "Er ist ein
unglaublich geduldiger und einfühlsamer Pädagoge, auch für die
Phase eines allmählich an die ernsteren Bahnen he-rantretenden
Kindes. Er kann einem ganz individuell ein unglaublich stabiles
technisches Gerüst zur Verfügung stellen – das macht einen
sehr schnell sehr sicher. Indem er seinen Schülern Gelassenheit
vermittelt, nimmt er übertriebene Ängste und setzt so viele Kräfte
frei. Dadurch hat er einigen Pianisten den Weg geebnet."
Neben seinen Lehrern war und ist
Tainton auch von anderen Musikerpersönlichkeiten beeindruckt, die
er schon in jungen Jahren kennen lernen konnte-. "Eine ganz
wichtige Begegnung für mich war die mit Leonard Bernstein beim
Schleswig-Holstein Musik Festival. Ich war zwar noch sehr jung
damals, hatte aber einen intensiven Kontakt. Wenn er unterwegs
war, konnte ich immer an sei-ner Seite sein – und ihn bei den
Proben und im Konzert zu erleben war einfach unvergesslich. Ich
habe nie wieder einen Menschen mit so einem Charisma, so einer
unglaublichen Energie und positiven Kraft erlebt. Das war, obwohl
es immer nur ein paar Wochen dauerte, ein Schlüsselerlebnis für
mich."
Auf eine ganz andere Weise hat
ihn der große Pianist Vladimir Hornwitz fasziniert: "Ihn
konnte ich noch zweimal live im Konzert erleben, in Hamburg und
Berlin. Sein Klang ist einfach unerreicht. Nicht nur seine
dynamische Bandbreite, sondern dieser luzide, schwebende Klang!
Einfach fantastisch!"
Eine ähnlich große Wertschätzung
hegt Tainton für Christoph Eschenbach. Er gehört zu den Förderern
und Wegbereitern seiner Karriere: _Ich habe seit meiner Kindheit
immer wieder in unregelmäßigen Abständen bei ihm Unterricht
gehabt und wichtige Werke erarbeitet. Er ist für mich einer der
größten Musiker–als Pianist ebenso wie als Dirigent. Er verströmt
eine ungeheure Dynamik und ist ein wunderbar intensiver und tiefer
Mu-siker. Mit ihm und dem Chicago Symphony Orchestra Beethovens
drittes Klavierkonzert gespielt zu haben gehört zu meinen glücklichsten
Erfahrungen als Pianist. Und auch unser Mozart-Abend mit dem
Orchestre de Paris Ende 2006 bleibt mir in besonderer
Erinnerung!"
Neben dem klassischen Repertoire
hat sich Tainton schon immer auch intensiv mit den zeitgenössischen
Werken beschäftigt. Unter anderem spielt das Schaffen von Hans
Werner Henze dabei eine zentrale Rolle: "Er gehört für mich
zu den bedeutendsten Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts –
und ist eine unglaublich vielschichtige Persönlichkeit Ich durfte
ihn selbst kennen lernen und schätze sein Schaffen sehr. Es hat
mich sehr ge-freut, die Ersteinspielung seiner frühen
Klavierkonzerte mit dem NDR-Sinfonieorchester aufnehmen zu können."
Beim Klavier-Festival Ruhr
spielte er "Parergon" von Peter Ruzicka
Dirigent dieser bei Wergo
erschienenen Produktion ist Peter Ruzicka, ein Schüler von Henze,
dessen sechsteiligen Klavierzyklus "Parergon" er im
letzten Sommer bei dem von ihm sehr geschätzten Klavier-Festival
Ruhr zur Uraufführung gebracht hat. "Die Ruzicka-Stücke
liegen mir besonders am Herzen", sagt er, "da ich schon
viele Erfahrungen mit Stücken dieses Komponisten sammeln konnte.
Sie sind Konzentrate aus der Orchesterpartitur seiner Oper,Hölderlin',
die im Winter an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin ihre
Uraufführung haben wird."
Zu Taintons Lieblingsprogrammen zählt
die Kombination aus Beethovens op. 111 mit der "Concord"-Sonate
von Charles Ives: "Ein schöner Kontrast, diese im
Schlusssatz ganz schwebende letzte Sonate von Beethoven und das
monumentale Stück des amerikanischen Komponisten." Solche Stücke
bedeuten natürlich viel Arbeit – in manchen Phasen sitzt
Tainton bis zu zwölf Stunden am Klavier. Aber das ist für ihn
kein Problem, weil er seinen Beruf aus Leidenschaft zur Musik gewählt
hat. Bequemlichkeit und Glätte sind seine Sache nicht: "Ich
finde es schade, dass heute vieles vom Streben nach einer
vermeintlichen technischen Perfektion überschattet wird. Dabei
geht es doch nicht darum, Töne in der richtigen Reihenfolge
abzuliefern, sondern ins Innere einer Partitur vorzudringen, die Hörer
und mich selbst von der Musik zu begeistern und mit ihr zu überraschen!
Neulich habe ich eine Aufnahme
der Beethovenschen Hammerklaviersonate von Emil Gilels gehört und
war vollkommen fasziniert. Er spielt den langsamen Satz ganz
anders als die meisten Pianisten, fast schon zu offensiv. Aber
wenn man sich darauf einlässt, erreicht das eine ganz neue
Dimension von Mystik. Natürlich haut er auch mal daneben – es
ist eine Live-Aufnahme –, aber das finde ich völlig unwichtig.
Es gibt da einen wesentlichen Unterschied: Wenn ein Musiker nicht
genug geübt hat und deshalb viele falsche Töne spielt, ist das
natürlich extrem ärgerlich. Aber wenn ein Pianist zwischendrin
mal Fehler macht, weil er etwas riskiert, weil er etwas Bestimmtes
ausdrücken will, dann macht das doch überhaupt nichts. Diese
individuelle Handschrift geht für meine Begriffe heute mitunter
ein bisschen verloren."Der Ausdruck war für Tainton schon
immer das Wichtigste – auch, als er in der fünften Klasse einen
Vorlesewettbewerb auf Bundesebene bestritt: "Ich habe da im
Finale so sehr auf die Gestaltung geachtet, dass mir ein
Lesefehler unterlaufen ist. Deshalb habe ich dann nur den zweiten
Platz gemacht. Aber die Jury fand das trotzdem so gut, dass ich
dann auf der Frankfurter Buchmesse lesen durfte." Die
Begeisterung für Literatur und die Darstellung hat bis heute
nicht nachgelassen – so hat er beispielsweise bei einem Konzert
den berühmten "Karneval der Tiere" von Saint-Satins
gespielt und dazu selbst den nicht minder bekannten Text von
Loriot vorgetragen.
Keine Frage, Christopher Tainton
ist alles andere als ein eindimensionaler Schmalspurkönner. Er
schaut weit über den Teller- beziehungsweise Flügelrand hinaus
und pflegt ein weit gefächertes Interessengebiet. Das gilt auch
im Bereich der Musik-. Für die nächsten Jahre hat er sich
vorgenommen, neben dem Klavier auch öfter mit dem Taktstock zu
arbeiten. Derzeit stehen zwei Brahms-Sinfonien als Übestücke auf
dem Programm. Was danach kommt, wird die Zukunft zeigen.
CD-Hinweise
Henze, Concertino;
NDR-Sinfonieorchester, Peter Ruzicka; Wergo/Note 1 CD
4010228666328
Henze, Klavierkonzert Nr. 1;
NDR-Sinfonieorchester, Peter Ruzicka;
Wergo/Note 1 CD 4010228665727
Biographie
Christopher Tainton wurde 1975
als Sohn der Pianisten Carol Tainton und Justus Frantz in Hamburg
geboren. Den ersten Klavierunterricht erhielt er von seiner
Mutter; bereits mit zwölf Jahren nahm er dann sein Studium bei
dem großen Pädagogen Karl-Heinz Kämmerling an der Hochschule für
Musik und Darstellende Kunst in Hannover auf. Tainton gewann
mehrere Jugendwettbewerbe, unter anderem den Bundespreis Jugend
musiziert" im Jahr 1994, wurde von der Deutschen Stiftung
Musikleben und der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert
und folgte Kämmerling 1996 ans Salzburger Mozarteum. Er war
bereits bei zahlreichen bedeutenden Festivals zu Gast und
musizierte mit namhaften Dirigenten und Orchestern. 2005 debütierte
er beim Chicago Symphony Orchestra, 2006 beim Orchestre de Paris
unter Leitung von Christoph Eschenbach, der seine Karriere als
musikalischer Mentor fördert und begleitet.
WAZ/NRZ-Moers 3. Juli 2007
Jeder einzelne Ton staunenswert
MOERS. Festivaltage des
Klavierfestivals Ruhr sind vor allem auch Festtage für junge
Nachwuchspianisten, sowie für Uraufführungen - so jetzt auch
beim Nachholkonzert des Hamburger Pianisten ChristopherTainton.
Als dieser 32-jährige im Martinstift am Sonntagmorgen spielte,
staunte man jedem einzelnen Ton hinterher.
Allein schon die Vehemenz, dann
aber auch wieder die Seelenruhe, die Tonschönheit und die
Tonkraft, mit dem der langhaarige junge Mann Ludwig van Beethovens
Sonate Nr. 9 in E-Dur op. 14/1 und später die Sonate Nr. 22 F-Dur
op. 54 mit den ersten Klängen anging, konnte einen schier süchtig
machen.
Er musizierte diesen Beethoven
leidenschaftssatt, den aber auch wieder über die Maßen charmant.
Harmonien, Melodien, Motive wurden zeitweise hingelächelt, dann
wieder groß, wuchtig gesteigert. Es knisterte, prickelte, rastlos
voller Bässe auf der einen Seite und auf der anderen machte sich
etwas Verklärendes breit.
Diese anfänglichen
programmatischen Beethoven-Beschäftigungen wirkten dabei nie und
zu keinem Augenblick wie Pflichtübungen - nein, sie waren gut
geformt, durchdacht vom ersten besten zum letzten Ton. Genauso
exakt, hinreißend gemeißelt gelangen Christopher Tainton danach
Frederic Chopins NocLurnes Nr. 7 cis Moll op.27/1 und Nr. 8
Des-Dur OP-27/2 sowie Sergej Rachmaninows höllisch schwer zu
spielende Sonate Nr, 2 b-Moll op. 36. Tainton breitete das alles
analytisch aus, als ein Wunderwerk
kompositorischer Intelligenz,
voller Rätsel, voller Lyrik, Wucht und voller Frische. Die Werke,
entwickelten sich allmählich wie Blumen, die aufgehen -
faszinierend.
ht
Harburger Anzeigen und Nachrichten
Brahms mit idyllischer Aura
von Jan-Barra Hentschel
... Im zuvor gespielten 3. Klavierkonzert c-Moll Opus 37 von
Ludwig van Beethoven überraschte der junge Christopher Tainton
mit leichtem, elegantem Anschlag. Der Sohn berühmter Pianisten
(Carol Tainton und Justus Franz) begeisterte das Publikum mit
mozartisch angehauchter Tongebung und durchsichtigem Klangbild.
Das meist grimmige Werk erhielt so einen fast sanguinischen
Charakter.
Harburger Nachrichten
von Traute Scheuermann
Die Philharmonie stellte sich vor
... Christopher Tainton ist mit seinen 17 Jahren schon ein
ganzes Stück weiter. Bei den Pianisten-Eltern Carol Tainton und
Justus Frantz scheint ihm der Weg schon vorgezeichnet, den harten
Anforderungen der internationalen Konkurrenz muß er sich
allerdings ganz alleine stellen. Mit dem Klavierkonzert Nr. 1
g-Moll (Opus 25) von Felix Mendelsohn Bartholdy, das den Bezug zum
Hamburger Musikfest herstellte, legte er eine eindrucksvolle
Bewährungsprobe ab. Genaue dynamische Vorstellungen, eine
perlende Klarheit im Anschlag und eine so romantische
Gesamtanlage, wie es einem 17jährigen in der heutigen
nüchtern-realen Zeit möglich ist, dokumentierten seine große
Begabung.
Musical Opinion
Justus Frantz At The Barbican
Justus Frantz brought the Philharmonia of the Nations to the
Barbican on 14 September; an orchestra drawn from mainly young
musicians from some forty countries who beganwith a tribute in
memory of Diana, Princess of Wales, being a movingly beautiful
performance of one Grieg´s Elegiac Melodies, before Justus Frantz
forsook the podium to direct Mozart´s ebullient Concerto for Two
Pianos, his partner being Christopher Tainton, a player of style
and precision. It was a wholehearted interpretation, well balanced
and richly communicative
Ostseezeitung
Warten auf den Pianisten hat sich gelohnt
Camerata und Tainton auf Bothmer
... Mit dem Jeunehomme-Konzert des Salzburger Klassikers
unterstrich der Pianist seine besondere Klasse an dem
Tasteninstrument. Das inspirierte Spiel traf die nachdenkliche
Tone vorzüglich. Sehr akzentbetont, dynamisch differenziert und
auffallend biegsam bewältigt er den anspruchsvollen Solopart.
Klaren Anschlags meisterte er in den Allegro-Ecksätzen die
perlenden Läufe und spielte das empfindungsvolle Larghetto mit
großer Verinnerlichung.
Die Welt
Mit Leichtigkeit in des Vaters Fußstapfen
Georg Borchardt, Hamburg
... In seiner Reihe "Philharmonie stellt vor" kam
jetzt der junge Pianist Christopher Tainton mit Mendelssohns
Klavierkonzert g-Moll zum Zuge.
Nachdem er bereits zusammen mit seinem Vater Justus Frantz
bundesweit via Bildschirm zu hören gewesen war, bewies
Christopher Tainton jetzt in der Hamburger Musikhalle mit Bravour
seine solistische Selbstbehauptung. Tainton nahm die virtuosen
Hürden mit Leichtigkeit und dachte sich mit expressiver
Einfühlung in die schwärmerisch-emphatischen Partien des
jugendlich feurig entworfenen Werkes hinein. Damit überflügelte
der 17jährige seine älteren Mitstreiter in diesem Konzert, nicht
nur den jungen Cellisten Jens-Peter Maintz, der beim Musikfest
Schumanns Konzert a-Moll durchaus überlegen vortrug, sondern vor
allem auch die an sich begabte Geigerin Natalie Steurer, für die
Mozarts Violinkonzert A-Dur KV 219 eine blaß und unpersönliche
Pflichtübung geblieben war.
Nachdem Christopher zunächst von seiner Mutter Carol Tainton
unterrichtet worden war, ging er später bei Karl-Heinz
Kämmerling, dem inzwischen international anerkannten Hannoveraner
"Pianistenschmied" in die Lehre. Er reüssierte bereits
beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" sowie beim
Dubrovnik-Festival und beim Schleswig-Holstein Musik Festival.
Sein Hamburger Einstand jedenfalls war mehr als nur ein schöner
Publikumserfolg.
Hamburger Rundschau im Hamburger Abendblatt, 10.04.97
Das Besondere wurde vom ersten Ton an zum Ereignis
Hamburg - ... Beim Philharmoniker Auftritt in der
Friedrich-Ebert-Halle dirigierte Gerd Albrecht nach der Pause
Brahms 1. Sinfonie. Vor der Pause präsentierte er das Besondere
ebenfalls in c-Moll: Christopher Tainton, Jahrgang 1975, Sohn von
Justus Frantz und der Pianistin Carol Tainton und als Hochtalent
längst bekannt, war hier der Solist in Beethovens Klavierkonzert
Nr. 3.
Das Besondere wurde vom ersten Ton an zum Ereignis. Noch bevor
Tainton in die Tasten griff ließ schon der sorgsam akzentuierte
und dynamisierte Orchesterklang aufhorchen. Er recht dann der
kräftige Anlauf des Solisten hinein in seinen Part, den er
überaus reich zu gestalten vermochte. Die fast schon
überinterpretierte Kadenz des Kopfsatzes erhielt dabei etwas zu
romantischen Charakter.
Gleichviel. Taintons Können, Engagement und Intelligenz
fesselten bis zum Schluß. Nirgends gab´s Leerlauf. Das Publikum
war begeistert. ...
Bei jedem Ton konnte der Zuhörer direkt in Mozarts Seele sehen
von Thomas W. Schmidt
Zwei junge Solisten und eine sehr gut aufgelegte Hamburger
Camerata prägten das diesjährige Mozartfest am Sonnabend im
Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Wismarer
Heiligen-Geist-Kirche. Der Pianist Christopher Tainton und die
Sopranistin Katarina Michaeli spielten sich mitten in die Gemüter
des Publikums. Die Herzen der Zuhörer und Musiker zu öffnen -
das ist gewiss eine Qualität von Mozarts Divertimento D-Dur (KV
131). Die Hamburger Camerata verstand es unter der Leitung von
Hans Pommer den galoppierenden Frohsinn dieses Stücks mit viel
Charme und Ausgelassenheit zum Klingen zu bringen. Einen ganz
anderen Mozart zeigte danach Christopher Tainton mit seiner
fesselnden Interpretation von Mozarts Konzert für Klavier und
Orchester A-Dur (KV 488). Vor allem die Melancholie des
fis-Moll-Adagio, die beinahe schon resigniert klingt, spielte der
junge Musiker mit einem ungeheuren Gestaltungswillen.
Es schien, als wolle Tainton bei jedem einzelnen Ton diesen
allerintimsten Blick, den Mozart je in seine Seele gewährt hat,
erfahrbar machen. Christopher Tainton formte die schlichte
Schönheit von Mozarts Musik mit einem sensiblen Gespür für
Pausen - sie luden seine Interpretationen mit großer emotionaler
Spannung auf. Wismar feierte den jungen Hamburger mit frenetischem
Beifall. .....
Saale Zeitung
Die 68er-Generation wird 50 Jahre
Geburtstagskonzert für den Komponisten Peter Ruzicka -
Sachliche Sprache der Moderne
Bad Kissingen ...Daß es unter den jungen Musikern begeisterte
und begeisternde Interpreten zeitgenössischer Werke gibt, zeigte
Christopher Tainton. Sein Spiel der sechs "Préludes für
Klavier" offenbarte Seelenzustände, die jenseits
menschlicher Sprache nur in Tönen zum Ausdruck kommen können.
Zwischen den Polen äußerster Ruhe und aufwühlender Dramatik
entfaltete der Pianist die ganze Palette pianistischer
Ausdrucksformen, spielte mit immenser rhythmischer Präzision.
Gerade in den ruhigen Passagen zeigte sich, daß da eine
Musikerpersönlichkeit heranreift, die gestalten und erzählen
kann. Die "drei Nachtstücke für Klavier" auf Gedichte
von Nelly Sachs fügten sich nahtlos in die Reihe von Werken, in
denen Emotionen nach Ausdruck jenseits der Worte suchen.
Tainton gelang es, die hochverdichtete Klangrede des
Komponisten quasi aphoristisch auf den Punkt zu bringen, an dem
die Ästhetik der Dissonanz jeden Wunsch nach Kadenzseligkeit
verdrängt. Wer sich auf Ruzickas Musik einläßt, kommt nicht
umhin, die Moderne mit neuen Ohren zu hören.
Mopo
Heitere Gemeinde
"Big Spender"-Benefiz in der Musikhalle
...Mit dem Auftritt des jungen Pianisten Christopher Tainton
verbreitete sich vor der Pause fast schon Ergriffenheit im
Publikum, das später wie eine Gemeinde aneinanderrückte. ...
The Chronicle-Herald (Kanada)
Dynamic Tainton astonishes with command of piano
Concert Review
By Stephen Pedersen, Arts Reporter
German pianist Christopher Tainton, dragging a cloud of jetlag
behind him which him half an hour late to the condert in St.
Mary´s University Art Gallery, have a dazzling smile to the full
house, then sat down and plunged ... into his first piece, Bach´s
Partita No. 5 in G Major, as though he had no time to lose.
It was a playful performance, a testing of the piano an a
warmup of the fingers, so there were a few notes that didn´t
sound, an a few rhythmic twists and turns in the opening Prelude
that skidded by. But long before the end of the Final Guide,
Tainton had taken the measure of the instrument and put it on
notice the he had every intention of pushing ist, stretching it,
making it coo, and attacking itwith such ferocity that, by the
time he had gotten the Rachmaninoff Sonate by the throat at the
end of the recital, it awoke from its dark lair and roared out
upon uns breathing fire and smoke. This is an astonishing young
performer. His dynamic range is huge, one moment making the piano
whisper softly enough to make you hold your breath, an in the next
making ist bellow till you began to think of taking cover. One of
Tainton´s gifts is his intensity. He plays these concert
standards as though no one had ever played them before. You don´t
want to mess a note.
The second work on the programm, Hans Werner Henze´s Toccata
Mistica, was astringent, insistent, dissonant and fiercely played.
Tainton then played Beethoven´s last Sonate, No. 32, Op. 111
in C Minor. Ist was a convincing performance, but the marvellous
sense of spontaneous improvisation in the second (wich is also the
last) movement was compromised by a strong feeling that Taintons
knew only too well where he was going.
A tough point with this profound work.But it can make you feel,
as perhaps with no other piece of music, that Beetnoven takes us
into the darkness of his own mind where the music that illuminates
it takes him by surprise as much as ist does us. Only this was
missing from Tainton´s performance.
The two Chopin Nocturnes, Nos. 1 and 2 of Op. 27, were
exquisitely played, Tainton perfectly balancing the voices and
presenting as many as three levels of dynamic at once, the inner
voices rising and falling like smoke.
The Rachmaninoff Second Sonata, an extremely difficult work to
play, showed Tainton´s formidable technical mastery and musical
understanding. Changing tempi and texture in split seconds, he
nailed every note, I´d be willing to bet, an at times there
seemed more notes than fingers - an astonishing tour de force.
DIE WELT
Nicht zum ersten Mal spielten Justus Frantz und sein Sohn
Christopher Tainton Mozarts Konzert für zwei Klaviere in der
Öffentlichkeit. Und es war hier auch keineswegs so, daß Frantz
seinen Filius als musikalischen Nachwuchs präsentierte. Der ist
mittlerweile 21 Jahre alt und längst seinen eigenen Weg gegangen.
Hier wirken also zwei Partner mit je eigenem Profil zusammen,
und der Vater muß darauf gefaßt sein, von seinem Sohn an
Temperament und Ausdruck überflügelt zu werden. So war der
Jüngere hier nicht nur zu Anfang von Mozarts Klavierkonzert KV
365 der Tonangebende im konzertanten Dialog, und Frantz hatte alle
Hände voll zu tun, da er ja immerhin auch die Orchestereinsätze
zu geben hatte. Im Zusammenspiel mit der "Philharmonie der
Nationen" war das ein lustvolles Musizieren, das allen
Beteiligten Freude machte. Im kantablen langsamen Satz und in den
Kadenzen harmonierten die Partner am Klavier besonders feinhörig
und sensibel miteinander. Nach dem brillanten Mozart und
begeistertem Applaus eine zauberhafte Zugabe der beiden, der
"Feengarten" von Ravel.
Das hervorragende junge multinationale Orchester zeigte sich
bei Haydens später Sinfonie D-Dur Nr. 104 auf klanglichen und
rhytmischen Feinschliff eingestellt. Bei Beethovens 7. Sinfonie
klang es indes überfordert, denn Frantz nahm die Tempi der
schnellen Sätze so rasch, daß das Klangbild nicht immer klar
blieb und im Finale wie gehetzt ablief. Den 2. Satz, das
"Allegretto" dirigierte er dagegen zu langsam und fast
trauermarschartig. Das waren bei diesem Beethoven Extreme, die die
Ausgewogenheit vermissen ließen.
Märkische Oder Zeitung
Hamburger Camerata begeisterte in Frankfurt
von Peter Busch
Frankfurt ... Nicht weniger transparent und mit allen bereits
erwähnten Spieltugenden auftrumpfend, ließen sie anschließend
Mozarts letztes Klavierkonzert B-Dur KV 595 im zupackenden und und
zügigem Zugriff erklingen. Das inspirierende Spiel des Orchesters
und des Solisten Christopher Tainton traf die nachdenklichen Töne
vorzüglich. Die lockere Art des jungen Pianisten trug viel dazu
bei, dass sich die trübsinnigen Reflexionen dennoch in Grenzen
hielten. Sehr akzentbetont, dynamisch differenziert und auffallend
biegsam bewältigte er den anspruchsvollen Solopart. Klaren
Anschlag meisterte er in den Allegro-Ecksätzen die perlenden
Läufe und brachte für das empfindungsvolle Larghetto die
entsprechende Verinnerlichung auf.
Märkische Zeitung, Franfurt/Oder
Mit dem Jeunehomme-Konzert unterstrich der Pianist seine
besondere Klasse an dem Tasteninstrument. Das inspirierte Spiel
traf die nachdenklichen Töne verzüglich. Sehr akzentbetont,
dynamisch differenziert und auffallend biegsam bewältigte er den
anspruchsvollen Solopart. Klaren Anschlags meisterte er in den
Allegro-Ecksätzen die perlenden Läufe und spielte das
empfindungsvolle Larghetto mit großer Verinnerlichung.
Stuttgarter Zeitung
Christopher Tainton vermag klassisches Melos in hochgespannter
Schönheit auszuspielen. Er rührt an das Empfindungszentrum
Mozartscher Musik. So wurde dieser meditativ entlegene Pianosatz
zum staunenswert intimen Höhepunkt eines Gastauftrittes der
Klassichen Philharmonie Bonn in der Liederhalle. Neugierig und
lebenslustig, aber auch mit noblem Kunstverstand gelang das
Finale.
MZ Kultur, Bad Wörishofen
Beethoven Klavierkonzerte
In gelöstem Spiel interpretierte Tainton einen Beethoven, der
beim Publikum Begeisterung auslöste: enthusiastisch, träumerisch
und vollends verinnerlicht. Das Klavierkonzert Nr. 1 opus 15 wirkt
noch immer verblüffend und mitreißend zugleich, hält Takt um
Takt neue Überraschungen bereit. Vor allem versah Tainton das
Stück mit viel Prägnanz, rhythmischer Gestaltung und pointiertem
Humor im heiteren Ronde-Finale. Dass das Programm kurzfristig
geändert worden war, sollte spätestens jetzt vergessen sein, so
großartig war das Solospiel des jungen Pianisten.
Harburger Nachrichten
Im zuvor gespieltem 3. Klavierkonzert c-moll Opus 37 von
Beethoven überraschte der junge Christopher Tainton mit leichtem,
elegantem Anschlag. Er begeisterte das Publikum mit mozartistisch
angehauchter Tongebung und durchsichtigem Klangbild.
Münstersche Zeitung
Christopher Tainton setzte sich die Meßlatte mit letztem
Beethoven sehr hoch. Und erreichte sie. Gelassen aber zwingend
entwickelte der Solist die Aria-Variationen, wurde dramatisch ohne
Lautstärke oder grobe Kontraste. Gebannt folgten die Hörer der
Trillerorgie oben und dem furiosen Donner in der Tiefe. Und für
den hymnischen Schluß reichte Taintons Kraft auch noch. Nur sein
fröhliches Lächeln vom Beginn war jetzt verschwunden: Beethoven
fordert halt letzten Einsatz.
MZ Kultur Bad Wörishofen
Es war im Konzert deutlich zu spüren, daß dieses Werk dem
Pianisten ein Herzensanliegen ist. Er widmete ihm höchste
Aufmerksamkeit und legte in seine Interpretation sowohl
Entschiedenheit und Ernst als auch Weichheit und Zärtlichkeit.
Mit Hingabe und Respekt, geradezu mit Andacht näherte er sich dem
großen Komponisten und brachte die vergeistigte Stille, den
inneren Frieden dieser Musik auch dem Publikum nahe.
Die Welt, Hamburg
Christophers Triumph
Das Publikum wurde von einer überwältigen Interpretation des
ersten Klavierkonzertes von Mendelssohn verwöhnt. Nach dem
Tutti-Crescendo zu Beginn setzte der Solist sogleich mit wuchtigen
Oktaven und eindrucksvollen Passagen ein. Tainton spielte das Werk
phantasivoll und technisch versiert. Der Andante-Satz lebte von
seinem fast meditativen, hochmusikalischen Ton, bevor er sich in
den kraftvoll virtuosen Schlußsaz stürzte, den er großartig und
ungezwungen gestaltete. Sein Auftritt war der Höhepunkt des
Abends.
HAN, Harburg
Mit dem Klavierkonzert Nr. 1 von Mendelssohn legte Tainton eine
eindrucksvolle Bewährungsprobe ab. Genaue dynamische
Vorstellungen, eine perlende Klarheit im Anschlag und eine so
romantische Gesamtanlage, wie es in der heutigen Zeit nur möglich
ist, dokumentierten seine große Begabung.
Braunschweiger Zeitung
So locker, so sich seiner selbst und des Klavierkonzertes
sicher machte sich der Tainton ans Werk, dass man staunen durfte
über die Selbstverständlichkeit mit der er die Oktavengänge des
ersten Satzes und sein virtuoses Rankenwerk, die Passagen und
Arpeggien und den effektvollen Elfenzauber des Schlußrondos
meisterte. Und wie der junge Hamburger die Lyrik des Seitenthemas
den den liedhaften Charakter des kurzen Andantesatzes bot, zeigte
wie sehr er auch offene Sinne für die Deutung tiefer liegender
Werkschichten hat.
Holsteinischer Courier
Tschaikovsky Klavierkonzert b-moll
Rund 4000 Besucher kamen am Sonnabend zum Konzert der
Philharmonie der Nationen in die Holstenhalle, und sie wurden
nicht enttäuscht. Höhepunkt des Schleswig-Holstein Musik
Festivals-Abends war das Tschaikowsky-Klavierkonzert von
Christopher Tainton, dem Sohn des Dirigenten.
Die Welt
Konzert in Beirut, Libanon
Christopher Tainton, der 25-jährige Pianist zog mit seinem
Solo aus Tschaikowskys Konzert Opus 23 die Augen aller auf sich -
auch der Fachwelt, die gebannt das Zusammenspiel zwischen
Orchester und Klavier verfolgte. Tainton horcht selbstverloren in
sich hinein, spiegelt seine Mimik jeden Ton wider: das Gesicht als
Achterbahn der Partitur wie der eigenen Empfindungen. Man war
hingerissen und die prompte Einladung für das Festival im Sommer
2002 nur folgerichtig.
Die Welt
Konzert in Castelgandolfo beim Papst
Das strenge vatikanische Protokoll hatte das Konzertprogramm
auf das b-moll Konzert von Tschaikowsky verkürzt. In der
kraftvollen, dynamischen, aber ebenso dialogischen Interpretation
von Tainton und Frantz war das Klavierkonzert ein musikalisches
Hochgenuss, offenbar auch für den Papst, der überraschend und
abweichend von den Gepflogenheiten, um eine Zugabe bat.
Goslarsche Zeitung
Schnittke Klavierkonzert
Das Konzert war ein faszinierendes Klangerlebnis, das Tore zu
neuen musikalischen Welten öffnete. Christopher Tainton ließ in
höchster Technik herausragende Klangräume lebendig werden, die
tief eindrangen, Fragen stellten: wuchtig, dämonisch aber auch
pochend und hoffend. Die volle Klangausschöpfung und der Vorstoß
in neue musikalische Dimensionen riß das Publikum nahezu von den
Stühlen.
MZ Kultur, Bad Wörishofen
Beethovens Klavierkonzerte
In gelöstem Spiel interpretierte Tainton einen Beethoven, der
beim Publikum Begeisterung auslöste: enthusiastisch, träumerisch
und vollends verinnerlicht. Das Klavierkonzert Nr. 1, opus 15
wirkt noch immer verblüffend und mitreißend zugleich, hält Takt
um Takt neue Überraschung bereit. Vor allem versah Tainton das
Stück mit viel Prägnanz, rhytmischer Gestaltung und pointiertem
Humor im heiteren Rondo-Finale. Das das Programm kurzfristig
geändert worden war, sollte spätestens jetzt vergessen sein, so
großartig war das Solospiel des jungen Pianisten.
The Chronicle-Herald (Kanada)
Dynamic Tainton astonishes with command of piano
Concert Review
By Stephen Pedersen, Arts Reporter
German pianist Christopher Tainton, dragging a cloud of jetlag
behind him which him half an hour late to the condert in St.
Mary´s University Art Gallery, have a dazzling smile to the full
house, then sat down and plunged ... into his first piece, Bach´s
Partita No. 5 in G Major, as though he had no time to lose.
It was a playful performance, a testing of the piano an a
warmup of the fingers, so there were a few notes that didn´t
sound, an a few rhythmic twists and turns in the opening Prelude
that skidded by. But long before the end of the Final Guide,
Tainton had taken the measure of the instrument and put it on
notice the he had every intention of pushing ist, stretching it,
making it coo, and attacking itwith such ferocity that, by the
time he had gotten the Rachmaninoff Sonate by the throat at the
end of the recital, it awoke from its dark lair and roared out
upon uns breathing fire and smoke. This is an astonishing young
performer. His dynamic range is huge, one moment making the piano
whisper softly enough to make you hold your breath, an in the next
making ist bellow till you began to think of taking cover. One of
Tainton´s gifts is his intensity. He plays these concert
standards as though no one had ever played them before. You don´t
want to mess a note.
The second work on the programm, Hans Werner Henze´s Toccata
Mistica, was astringent, insistent, dissonant and fiercely played.
Tainton then played Beethoven´s last Sonate, No. 32, Op. 111
in C Minor. Ist was a convincing performance, but the marvellous
sense of spontaneous improvisation in the second (wich is also the
last) movement was compromised by a strong feeling that Taintons
knew only too well where he was going.
A tough point with this profound work.But it can make you feel,
as perhaps with no other piece of music, that Beetnoven takes us
into the darkness of his own mind where the music that illuminates
it takes him by surprise as much as ist does us. Only this was
missing from Tainton´s performance.
The two Chopin Nocturnes, Nos. 1 and 2 of Op. 27, were
exquisitely played, Tainton perfectly balancing the voices and
presenting as many as three levels of dynamic at once, the inner
voices rising and falling like smoke.
The Rachmaninoff Second Sonata, an extremely difficult work to
play, showed Tainton´s formidable technical mastery and musical
understanding. Changing tempi and texture in split seconds, he
nailed every note, I´d be willing to bet, an at times there
seemed more notes than fingers - an astonishing tour d
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