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 Presseübersic

FONO FORUM 03/08
Mit eigener Handschrift

Die Begegnung mit Leonard Bernstein war für ihn ein Schlüsselerlebnis. Christoph Eschenbach zählt zu seinen Förderern. Und doch wird Christopher Tainton, dessen Konzertmitschnitt vom Klavier-Festival Ruhr dieser Ausgabe beiliegt, zuallererst immer wieder auf seinen Vater angesprochen. Marcus Stäbler sprach mit dem Pianisten in Hamburg

Die Frage nach seinem berühmten Vater mag er inzwischen nicht mehr hören. Verständlicherweise. Denn obwohl er Justus Frantz und das, was er erreicht hat, sehr schätzt, ist Christopher Tainton doch viel stärker von seiner Mutter Carol Tainton geprägt. "Ich bin ja mit ihr aufgewachsen; sie war meine erste – übrigens hervorragende –Lehrerin, und meinen Vater habe ich erst später so richtig kennen gelernt. Dass ich mit Klavier angefangen habe, hat also mit ihm gar nichts zu tun." Viel stärker hat ihn dagegen der legendäre Lehrer Karl-Heinz Kämmerling geprägt, von dem er seit seinem elften Lebensjahr in Hannover unterrichtet wurde. Ober ihn spricht Tainton mit großer Bewunderung: "Er ist ein unglaublich geduldiger und einfühlsamer Pädagoge, auch für die Phase eines allmählich an die ernsteren Bahnen he-rantretenden Kindes. Er kann einem ganz individuell ein unglaublich stabiles technisches Gerüst zur Verfügung stellen – das macht einen sehr schnell sehr sicher. Indem er seinen Schülern Gelassenheit vermittelt, nimmt er übertriebene Ängste und setzt so viele Kräfte frei. Dadurch hat er einigen Pianisten den Weg geebnet."

Neben seinen Lehrern war und ist Tainton auch von anderen Musikerpersönlichkeiten beeindruckt, die er schon in jungen Jahren kennen lernen konnte-. "Eine ganz wichtige Begegnung für mich war die mit Leonard Bernstein beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Ich war zwar noch sehr jung damals, hatte aber einen intensiven Kontakt. Wenn er unterwegs war, konnte ich immer an sei-ner Seite sein – und ihn bei den Proben und im Konzert zu erleben war einfach unvergesslich. Ich habe nie wieder einen Menschen mit so einem Charisma, so einer unglaublichen Energie und positiven Kraft erlebt. Das war, obwohl es immer nur ein paar Wochen dauerte, ein Schlüsselerlebnis für mich."

Auf eine ganz andere Weise hat ihn der große Pianist Vladimir Hornwitz fasziniert: "Ihn konnte ich noch zweimal live im Konzert erleben, in Hamburg und Berlin. Sein Klang ist einfach unerreicht. Nicht nur seine dynamische Bandbreite, sondern dieser luzide, schwebende Klang! Einfach fantastisch!"

Eine ähnlich große Wertschätzung hegt Tainton für Christoph Eschenbach. Er gehört zu den Förderern und Wegbereitern seiner Karriere: _Ich habe seit meiner Kindheit immer wieder in unregelmäßigen Abständen bei ihm Unterricht gehabt und wichtige Werke erarbeitet. Er ist für mich einer der größten Musiker–als Pianist ebenso wie als Dirigent. Er verströmt eine ungeheure Dynamik und ist ein wunderbar intensiver und tiefer Mu-siker. Mit ihm und dem Chicago Symphony Orchestra Beethovens drittes Klavierkonzert gespielt zu haben gehört zu meinen glücklichsten Erfahrungen als Pianist. Und auch unser Mozart-Abend mit dem Orchestre de Paris Ende 2006 bleibt mir in besonderer Erinnerung!"

Neben dem klassischen Repertoire hat sich Tainton schon immer auch intensiv mit den zeitgenössischen Werken beschäftigt. Unter anderem spielt das Schaffen von Hans Werner Henze dabei eine zentrale Rolle: "Er gehört für mich zu den bedeutendsten Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts – und ist eine unglaublich vielschichtige Persönlichkeit Ich durfte ihn selbst kennen lernen und schätze sein Schaffen sehr. Es hat mich sehr ge-freut, die Ersteinspielung seiner frühen Klavierkonzerte mit dem NDR-Sinfonieorchester aufnehmen zu können."

Beim Klavier-Festival Ruhr spielte er "Parergon" von Peter Ruzicka

Dirigent dieser bei Wergo erschienenen Produktion ist Peter Ruzicka, ein Schüler von Henze, dessen sechsteiligen Klavierzyklus "Parergon" er im letzten Sommer bei dem von ihm sehr geschätzten Klavier-Festival Ruhr zur Uraufführung gebracht hat. "Die Ruzicka-Stücke liegen mir besonders am Herzen", sagt er, "da ich schon viele Erfahrungen mit Stücken dieses Komponisten sammeln konnte. Sie sind Konzentrate aus der Orchesterpartitur seiner Oper,Hölderlin', die im Winter an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin ihre Uraufführung haben wird."

Zu Taintons Lieblingsprogrammen zählt die Kombination aus Beethovens op. 111 mit der "Concord"-Sonate von Charles Ives: "Ein schöner Kontrast, diese im Schlusssatz ganz schwebende letzte Sonate von Beethoven und das monumentale Stück des amerikanischen Komponisten." Solche Stücke bedeuten natürlich viel Arbeit – in manchen Phasen sitzt Tainton bis zu zwölf Stunden am Klavier. Aber das ist für ihn kein Problem, weil er seinen Beruf aus Leidenschaft zur Musik gewählt hat. Bequemlichkeit und Glätte sind seine Sache nicht: "Ich finde es schade, dass heute vieles vom Streben nach einer vermeintlichen technischen Perfektion überschattet wird. Dabei geht es doch nicht darum, Töne in der richtigen Reihenfolge abzuliefern, sondern ins Innere einer Partitur vorzudringen, die Hörer und mich selbst von der Musik zu begeistern und mit ihr zu überraschen!

Neulich habe ich eine Aufnahme der Beethovenschen Hammerklaviersonate von Emil Gilels gehört und war vollkommen fasziniert. Er spielt den langsamen Satz ganz anders als die meisten Pianisten, fast schon zu offensiv. Aber wenn man sich darauf einlässt, erreicht das eine ganz neue Dimension von Mystik. Natürlich haut er auch mal daneben – es ist eine Live-Aufnahme –, aber das finde ich völlig unwichtig. Es gibt da einen wesentlichen Unterschied: Wenn ein Musiker nicht genug geübt hat und deshalb viele falsche Töne spielt, ist das natürlich extrem ärgerlich. Aber wenn ein Pianist zwischendrin mal Fehler macht, weil er etwas riskiert, weil er etwas Bestimmtes ausdrücken will, dann macht das doch überhaupt nichts. Diese individuelle Handschrift geht für meine Begriffe heute mitunter ein bisschen verloren."Der Ausdruck war für Tainton schon immer das Wichtigste – auch, als er in der fünften Klasse einen Vorlesewettbewerb auf Bundesebene bestritt: "Ich habe da im Finale so sehr auf die Gestaltung geachtet, dass mir ein Lesefehler unterlaufen ist. Deshalb habe ich dann nur den zweiten Platz gemacht. Aber die Jury fand das trotzdem so gut, dass ich dann auf der Frankfurter Buchmesse lesen durfte." Die Begeisterung für Literatur und die Darstellung hat bis heute nicht nachgelassen – so hat er beispielsweise bei einem Konzert den berühmten "Karneval der Tiere" von Saint-Satins gespielt und dazu selbst den nicht minder bekannten Text von Loriot vorgetragen.

Keine Frage, Christopher Tainton ist alles andere als ein eindimensionaler Schmalspurkönner. Er schaut weit über den Teller- beziehungsweise Flügelrand hinaus und pflegt ein weit gefächertes Interessengebiet. Das gilt auch im Bereich der Musik-. Für die nächsten Jahre hat er sich vorgenommen, neben dem Klavier auch öfter mit dem Taktstock zu arbeiten. Derzeit stehen zwei Brahms-Sinfonien als Übestücke auf dem Programm. Was danach kommt, wird die Zukunft zeigen.

CD-Hinweise

Henze, Concertino; NDR-Sinfonieorchester, Peter Ruzicka; Wergo/Note 1 CD 4010228666328

Henze, Klavierkonzert Nr. 1; NDR-Sinfonieorchester, Peter Ruzicka;

Wergo/Note 1 CD 4010228665727

Biographie

Christopher Tainton wurde 1975 als Sohn der Pianisten Carol Tainton und Justus Frantz in Hamburg geboren. Den ersten Klavierunterricht erhielt er von seiner Mutter; bereits mit zwölf Jahren nahm er dann sein Studium bei dem großen Pädagogen Karl-Heinz Kämmerling an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hannover auf. Tainton gewann mehrere Jugendwettbewerbe, unter anderem den Bundespreis Jugend musiziert" im Jahr 1994, wurde von der Deutschen Stiftung Musikleben und der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert und folgte Kämmerling 1996 ans Salzburger Mozarteum. Er war bereits bei zahlreichen bedeutenden Festivals zu Gast und musizierte mit namhaften Dirigenten und Orchestern. 2005 debütierte er beim Chicago Symphony Orchestra, 2006 beim Orchestre de Paris unter Leitung von Christoph Eschenbach, der seine Karriere als musikalischer Mentor fördert und begleitet.

 

WAZ/NRZ-Moers 3. Juli 2007
Jeder einzelne Ton staunenswert

MOERS. Festivaltage des Klavierfestivals Ruhr sind vor allem auch Festtage für junge Nachwuchspianisten, sowie für Uraufführungen - so jetzt auch beim Nachholkonzert des Hamburger Pianisten ChristopherTainton. Als dieser 32-jährige im Martinstift am Sonntagmorgen spielte, staunte man jedem einzelnen Ton hinterher.

Allein schon die Vehemenz, dann aber auch wieder die Seelenruhe, die Tonschönheit und die Tonkraft, mit dem der langhaarige junge Mann Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 9 in E-Dur op. 14/1 und später die Sonate Nr. 22 F-Dur op. 54 mit den ersten Klängen anging, konnte einen schier süchtig machen.

Er musizierte diesen Beethoven leidenschaftssatt, den aber auch wieder über die Maßen charmant. Harmonien, Melodien, Motive wurden zeitweise hingelächelt, dann wieder groß, wuchtig gesteigert. Es knisterte, prickelte, rastlos voller Bässe auf der einen Seite und auf der anderen machte sich etwas Verklärendes breit.

Diese anfänglichen programmatischen Beethoven-Beschäftigungen wirkten dabei nie und zu keinem Augenblick wie Pflichtübungen - nein, sie waren gut geformt, durchdacht vom ersten besten zum letzten Ton. Genauso exakt, hinreißend gemeißelt gelangen Christopher Tainton danach Frederic Chopins NocLurnes Nr. 7 cis Moll op.27/1 und Nr. 8 Des-Dur OP-27/2 sowie Sergej Rachmaninows höllisch schwer zu spielende Sonate Nr, 2 b-Moll op. 36. Tainton breitete das alles analytisch aus, als ein Wunderwerk

kompositorischer Intelligenz, voller Rätsel, voller Lyrik, Wucht und voller Frische. Die Werke, entwickelten sich allmählich wie Blumen, die aufgehen - faszinierend.

ht

Harburger Anzeigen und Nachrichten

Brahms mit idyllischer Aura
von Jan-Barra Hentschel

... Im zuvor gespielten 3. Klavierkonzert c-Moll Opus 37 von Ludwig van Beethoven überraschte der junge Christopher Tainton mit leichtem, elegantem Anschlag. Der Sohn berühmter Pianisten (Carol Tainton und Justus Franz) begeisterte das Publikum mit mozartisch angehauchter Tongebung und durchsichtigem Klangbild. Das meist grimmige Werk erhielt so einen fast sanguinischen Charakter.

Harburger Nachrichten
von Traute Scheuermann

Die Philharmonie stellte sich vor

... Christopher Tainton ist mit seinen 17 Jahren schon ein ganzes Stück weiter. Bei den Pianisten-Eltern Carol Tainton und Justus Frantz scheint ihm der Weg schon vorgezeichnet, den harten Anforderungen der internationalen Konkurrenz muß er sich allerdings ganz alleine stellen. Mit dem Klavierkonzert Nr. 1 g-Moll (Opus 25) von Felix Mendelsohn Bartholdy, das den Bezug zum Hamburger Musikfest herstellte, legte er eine eindrucksvolle Bewährungsprobe ab. Genaue dynamische Vorstellungen, eine perlende Klarheit im Anschlag und eine so romantische Gesamtanlage, wie es einem 17jährigen in der heutigen nüchtern-realen Zeit möglich ist, dokumentierten seine große Begabung.

Musical Opinion

Justus Frantz At The Barbican

Justus Frantz brought the Philharmonia of the Nations to the Barbican on 14 September; an orchestra drawn from mainly young musicians from some forty countries who beganwith a tribute in memory of Diana, Princess of Wales, being a movingly beautiful performance of one Grieg´s Elegiac Melodies, before Justus Frantz forsook the podium to direct Mozart´s ebullient Concerto for Two Pianos, his partner being Christopher Tainton, a player of style and precision. It was a wholehearted interpretation, well balanced and richly communicative

Ostseezeitung

Warten auf den Pianisten hat sich gelohnt

Camerata und Tainton auf Bothmer

... Mit dem Jeunehomme-Konzert des Salzburger Klassikers unterstrich der Pianist seine besondere Klasse an dem Tasteninstrument. Das inspirierte Spiel traf die nachdenkliche Tone vorzüglich. Sehr akzentbetont, dynamisch differenziert und auffallend biegsam bewältigt er den anspruchsvollen Solopart. Klaren Anschlags meisterte er in den Allegro-Ecksätzen die perlenden Läufe und spielte das empfindungsvolle Larghetto mit großer Verinnerlichung.

Die Welt

Mit Leichtigkeit in des Vaters Fußstapfen
Georg Borchardt, Hamburg

... In seiner Reihe "Philharmonie stellt vor" kam jetzt der junge Pianist Christopher Tainton mit Mendelssohns Klavierkonzert g-Moll zum Zuge.

Nachdem er bereits zusammen mit seinem Vater Justus Frantz bundesweit via Bildschirm zu hören gewesen war, bewies Christopher Tainton jetzt in der Hamburger Musikhalle mit Bravour seine solistische Selbstbehauptung. Tainton nahm die virtuosen Hürden mit Leichtigkeit und dachte sich mit expressiver Einfühlung in die schwärmerisch-emphatischen Partien des jugendlich feurig entworfenen Werkes hinein. Damit überflügelte der 17jährige seine älteren Mitstreiter in diesem Konzert, nicht nur den jungen Cellisten Jens-Peter Maintz, der beim Musikfest Schumanns Konzert a-Moll durchaus überlegen vortrug, sondern vor allem auch die an sich begabte Geigerin Natalie Steurer, für die Mozarts Violinkonzert A-Dur KV 219 eine blaß und unpersönliche Pflichtübung geblieben war.

Nachdem Christopher zunächst von seiner Mutter Carol Tainton unterrichtet worden war, ging er später bei Karl-Heinz Kämmerling, dem inzwischen international anerkannten Hannoveraner "Pianistenschmied" in die Lehre. Er reüssierte bereits beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" sowie beim Dubrovnik-Festival und beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Sein Hamburger Einstand jedenfalls war mehr als nur ein schöner Publikumserfolg.

Hamburger Rundschau im Hamburger Abendblatt, 10.04.97

Das Besondere wurde vom ersten Ton an zum Ereignis

Hamburg - ... Beim Philharmoniker Auftritt in der Friedrich-Ebert-Halle dirigierte Gerd Albrecht nach der Pause Brahms 1. Sinfonie. Vor der Pause präsentierte er das Besondere ebenfalls in c-Moll: Christopher Tainton, Jahrgang 1975, Sohn von Justus Frantz und der Pianistin Carol Tainton und als Hochtalent längst bekannt, war hier der Solist in Beethovens Klavierkonzert Nr. 3.

Das Besondere wurde vom ersten Ton an zum Ereignis. Noch bevor Tainton in die Tasten griff ließ schon der sorgsam akzentuierte und dynamisierte Orchesterklang aufhorchen. Er recht dann der kräftige Anlauf des Solisten hinein in seinen Part, den er überaus reich zu gestalten vermochte. Die fast schon überinterpretierte Kadenz des Kopfsatzes erhielt dabei etwas zu romantischen Charakter.

Gleichviel. Taintons Können, Engagement und Intelligenz fesselten bis zum Schluß. Nirgends gab´s Leerlauf. Das Publikum war begeistert. ...

Bei jedem Ton konnte der Zuhörer direkt in Mozarts Seele sehen
von Thomas W. Schmidt

Zwei junge Solisten und eine sehr gut aufgelegte Hamburger Camerata prägten das diesjährige Mozartfest am Sonnabend im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Wismarer Heiligen-Geist-Kirche. Der Pianist Christopher Tainton und die Sopranistin Katarina Michaeli spielten sich mitten in die Gemüter des Publikums. Die Herzen der Zuhörer und Musiker zu öffnen - das ist gewiss eine Qualität von Mozarts Divertimento D-Dur (KV 131). Die Hamburger Camerata verstand es unter der Leitung von Hans Pommer den galoppierenden Frohsinn dieses Stücks mit viel Charme und Ausgelassenheit zum Klingen zu bringen. Einen ganz anderen Mozart zeigte danach Christopher Tainton mit seiner fesselnden Interpretation von Mozarts Konzert für Klavier und Orchester A-Dur (KV 488). Vor allem die Melancholie des fis-Moll-Adagio, die beinahe schon resigniert klingt, spielte der junge Musiker mit einem ungeheuren Gestaltungswillen.

Es schien, als wolle Tainton bei jedem einzelnen Ton diesen allerintimsten Blick, den Mozart je in seine Seele gewährt hat, erfahrbar machen. Christopher Tainton formte die schlichte Schönheit von Mozarts Musik mit einem sensiblen Gespür für Pausen - sie luden seine Interpretationen mit großer emotionaler Spannung auf. Wismar feierte den jungen Hamburger mit frenetischem Beifall. .....

Saale Zeitung

Die 68er-Generation wird 50 Jahre

Geburtstagskonzert für den Komponisten Peter Ruzicka - Sachliche Sprache der Moderne

Bad Kissingen ...Daß es unter den jungen Musikern begeisterte und begeisternde Interpreten zeitgenössischer Werke gibt, zeigte Christopher Tainton. Sein Spiel der sechs "Préludes für Klavier" offenbarte Seelenzustände, die jenseits menschlicher Sprache nur in Tönen zum Ausdruck kommen können. Zwischen den Polen äußerster Ruhe und aufwühlender Dramatik entfaltete der Pianist die ganze Palette pianistischer Ausdrucksformen, spielte mit immenser rhythmischer Präzision. Gerade in den ruhigen Passagen zeigte sich, daß da eine Musikerpersönlichkeit heranreift, die gestalten und erzählen kann. Die "drei Nachtstücke für Klavier" auf Gedichte von Nelly Sachs fügten sich nahtlos in die Reihe von Werken, in denen Emotionen nach Ausdruck jenseits der Worte suchen.

Tainton gelang es, die hochverdichtete Klangrede des Komponisten quasi aphoristisch auf den Punkt zu bringen, an dem die Ästhetik der Dissonanz jeden Wunsch nach Kadenzseligkeit verdrängt. Wer sich auf Ruzickas Musik einläßt, kommt nicht umhin, die Moderne mit neuen Ohren zu hören.

Mopo

Heitere Gemeinde

"Big Spender"-Benefiz in der Musikhalle

...Mit dem Auftritt des jungen Pianisten Christopher Tainton verbreitete sich vor der Pause fast schon Ergriffenheit im Publikum, das später wie eine Gemeinde aneinanderrückte. ...

The Chronicle-Herald (Kanada)

Dynamic Tainton astonishes with command of piano

Concert Review
By Stephen Pedersen, Arts Reporter

German pianist Christopher Tainton, dragging a cloud of jetlag behind him which him half an hour late to the condert in St. Mary´s University Art Gallery, have a dazzling smile to the full house, then sat down and plunged ... into his first piece, Bach´s Partita No. 5 in G Major, as though he had no time to lose.

It was a playful performance, a testing of the piano an a warmup of the fingers, so there were a few notes that didn´t sound, an a few rhythmic twists and turns in the opening Prelude that skidded by. But long before the end of the Final Guide, Tainton had taken the measure of the instrument and put it on notice the he had every intention of pushing ist, stretching it, making it coo, and attacking itwith such ferocity that, by the time he had gotten the Rachmaninoff Sonate by the throat at the end of the recital, it awoke from its dark lair and roared out upon uns breathing fire and smoke. This is an astonishing young performer. His dynamic range is huge, one moment making the piano whisper softly enough to make you hold your breath, an in the next making ist bellow till you began to think of taking cover. One of Tainton´s gifts is his intensity. He plays these concert standards as though no one had ever played them before. You don´t want to mess a note.

The second work on the programm, Hans Werner Henze´s Toccata Mistica, was astringent, insistent, dissonant and fiercely played.

Tainton then played Beethoven´s last Sonate, No. 32, Op. 111 in C Minor. Ist was a convincing performance, but the marvellous sense of spontaneous improvisation in the second (wich is also the last) movement was compromised by a strong feeling that Taintons knew only too well where he was going.

A tough point with this profound work.But it can make you feel, as perhaps with no other piece of music, that Beetnoven takes us into the darkness of his own mind where the music that illuminates it takes him by surprise as much as ist does us. Only this was missing from Tainton´s performance.

The two Chopin Nocturnes, Nos. 1 and 2 of Op. 27, were exquisitely played, Tainton perfectly balancing the voices and presenting as many as three levels of dynamic at once, the inner voices rising and falling like smoke.

The Rachmaninoff Second Sonata, an extremely difficult work to play, showed Tainton´s formidable technical mastery and musical understanding. Changing tempi and texture in split seconds, he nailed every note, I´d be willing to bet, an at times there seemed more notes than fingers - an astonishing tour de force.

DIE WELT

Nicht zum ersten Mal spielten Justus Frantz und sein Sohn Christopher Tainton Mozarts Konzert für zwei Klaviere in der Öffentlichkeit. Und es war hier auch keineswegs so, daß Frantz seinen Filius als musikalischen Nachwuchs präsentierte. Der ist mittlerweile 21 Jahre alt und längst seinen eigenen Weg gegangen.

Hier wirken also zwei Partner mit je eigenem Profil zusammen, und der Vater muß darauf gefaßt sein, von seinem Sohn an Temperament und Ausdruck überflügelt zu werden. So war der Jüngere hier nicht nur zu Anfang von Mozarts Klavierkonzert KV 365 der Tonangebende im konzertanten Dialog, und Frantz hatte alle Hände voll zu tun, da er ja immerhin auch die Orchestereinsätze zu geben hatte. Im Zusammenspiel mit der "Philharmonie der Nationen" war das ein lustvolles Musizieren, das allen Beteiligten Freude machte. Im kantablen langsamen Satz und in den Kadenzen harmonierten die Partner am Klavier besonders feinhörig und sensibel miteinander. Nach dem brillanten Mozart und begeistertem Applaus eine zauberhafte Zugabe der beiden, der "Feengarten" von Ravel.

Das hervorragende junge multinationale Orchester zeigte sich bei Haydens später Sinfonie D-Dur Nr. 104 auf klanglichen und rhytmischen Feinschliff eingestellt. Bei Beethovens 7. Sinfonie klang es indes überfordert, denn Frantz nahm die Tempi der schnellen Sätze so rasch, daß das Klangbild nicht immer klar blieb und im Finale wie gehetzt ablief. Den 2. Satz, das "Allegretto" dirigierte er dagegen zu langsam und fast trauermarschartig. Das waren bei diesem Beethoven Extreme, die die Ausgewogenheit vermissen ließen.

Märkische Oder Zeitung

Hamburger Camerata begeisterte in Frankfurt
von Peter Busch

Frankfurt ... Nicht weniger transparent und mit allen bereits erwähnten Spieltugenden auftrumpfend, ließen sie anschließend Mozarts letztes Klavierkonzert B-Dur KV 595 im zupackenden und und zügigem Zugriff erklingen. Das inspirierende Spiel des Orchesters und des Solisten Christopher Tainton traf die nachdenklichen Töne vorzüglich. Die lockere Art des jungen Pianisten trug viel dazu bei, dass sich die trübsinnigen Reflexionen dennoch in Grenzen hielten. Sehr akzentbetont, dynamisch differenziert und auffallend biegsam bewältigte er den anspruchsvollen Solopart. Klaren Anschlag meisterte er in den Allegro-Ecksätzen die perlenden Läufe und brachte für das empfindungsvolle Larghetto die entsprechende Verinnerlichung auf.

Märkische Zeitung, Franfurt/Oder

Mit dem Jeunehomme-Konzert unterstrich der Pianist seine besondere Klasse an dem Tasteninstrument. Das inspirierte Spiel traf die nachdenklichen Töne verzüglich. Sehr akzentbetont, dynamisch differenziert und auffallend biegsam bewältigte er den anspruchsvollen Solopart. Klaren Anschlags meisterte er in den Allegro-Ecksätzen die perlenden Läufe und spielte das empfindungsvolle Larghetto mit großer Verinnerlichung.

Stuttgarter Zeitung

Christopher Tainton vermag klassisches Melos in hochgespannter Schönheit auszuspielen. Er rührt an das Empfindungszentrum Mozartscher Musik. So wurde dieser meditativ entlegene Pianosatz zum staunenswert intimen Höhepunkt eines Gastauftrittes der Klassichen Philharmonie Bonn in der Liederhalle. Neugierig und lebenslustig, aber auch mit noblem Kunstverstand gelang das Finale.

MZ Kultur, Bad Wörishofen

Beethoven Klavierkonzerte

In gelöstem Spiel interpretierte Tainton einen Beethoven, der beim Publikum Begeisterung auslöste: enthusiastisch, träumerisch und vollends verinnerlicht. Das Klavierkonzert Nr. 1 opus 15 wirkt noch immer verblüffend und mitreißend zugleich, hält Takt um Takt neue Überraschungen bereit. Vor allem versah Tainton das Stück mit viel Prägnanz, rhythmischer Gestaltung und pointiertem Humor im heiteren Ronde-Finale. Dass das Programm kurzfristig geändert worden war, sollte spätestens jetzt vergessen sein, so großartig war das Solospiel des jungen Pianisten.

Harburger Nachrichten

Im zuvor gespieltem 3. Klavierkonzert c-moll Opus 37 von Beethoven überraschte der junge Christopher Tainton mit leichtem, elegantem Anschlag. Er begeisterte das Publikum mit mozartistisch angehauchter Tongebung und durchsichtigem Klangbild.

Münstersche Zeitung

Christopher Tainton setzte sich die Meßlatte mit letztem Beethoven sehr hoch. Und erreichte sie. Gelassen aber zwingend entwickelte der Solist die Aria-Variationen, wurde dramatisch ohne Lautstärke oder grobe Kontraste. Gebannt folgten die Hörer der Trillerorgie oben und dem furiosen Donner in der Tiefe. Und für den hymnischen Schluß reichte Taintons Kraft auch noch. Nur sein fröhliches Lächeln vom Beginn war jetzt verschwunden: Beethoven fordert halt letzten Einsatz.

MZ Kultur Bad Wörishofen

Es war im Konzert deutlich zu spüren, daß dieses Werk dem Pianisten ein Herzensanliegen ist. Er widmete ihm höchste Aufmerksamkeit und legte in seine Interpretation sowohl Entschiedenheit und Ernst als auch Weichheit und Zärtlichkeit. Mit Hingabe und Respekt, geradezu mit Andacht näherte er sich dem großen Komponisten und brachte die vergeistigte Stille, den inneren Frieden dieser Musik auch dem Publikum nahe.

Die Welt, Hamburg

Christophers Triumph

Das Publikum wurde von einer überwältigen Interpretation des ersten Klavierkonzertes von Mendelssohn verwöhnt. Nach dem Tutti-Crescendo zu Beginn setzte der Solist sogleich mit wuchtigen Oktaven und eindrucksvollen Passagen ein. Tainton spielte das Werk phantasivoll und technisch versiert. Der Andante-Satz lebte von seinem fast meditativen, hochmusikalischen Ton, bevor er sich in den kraftvoll virtuosen Schlußsaz stürzte, den er großartig und ungezwungen gestaltete. Sein Auftritt war der Höhepunkt des Abends.

HAN, Harburg

Mit dem Klavierkonzert Nr. 1 von Mendelssohn legte Tainton eine eindrucksvolle Bewährungsprobe ab. Genaue dynamische Vorstellungen, eine perlende Klarheit im Anschlag und eine so romantische Gesamtanlage, wie es in der heutigen Zeit nur möglich ist, dokumentierten seine große Begabung.

Braunschweiger Zeitung

So locker, so sich seiner selbst und des Klavierkonzertes sicher machte sich der Tainton ans Werk, dass man staunen durfte über die Selbstverständlichkeit mit der er die Oktavengänge des ersten Satzes und sein virtuoses Rankenwerk, die Passagen und Arpeggien und den effektvollen Elfenzauber des Schlußrondos meisterte. Und wie der junge Hamburger die Lyrik des Seitenthemas den den liedhaften Charakter des kurzen Andantesatzes bot, zeigte wie sehr er auch offene Sinne für die Deutung tiefer liegender Werkschichten hat.

Holsteinischer Courier

Tschaikovsky Klavierkonzert b-moll

Rund 4000 Besucher kamen am Sonnabend zum Konzert der Philharmonie der Nationen in die Holstenhalle, und sie wurden nicht enttäuscht. Höhepunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals-Abends war das Tschaikowsky-Klavierkonzert von Christopher Tainton, dem Sohn des Dirigenten.

Die Welt

Konzert in Beirut, Libanon

Christopher Tainton, der 25-jährige Pianist zog mit seinem Solo aus Tschaikowskys Konzert Opus 23 die Augen aller auf sich - auch der Fachwelt, die gebannt das Zusammenspiel zwischen Orchester und Klavier verfolgte. Tainton horcht selbstverloren in sich hinein, spiegelt seine Mimik jeden Ton wider: das Gesicht als Achterbahn der Partitur wie der eigenen Empfindungen. Man war hingerissen und die prompte Einladung für das Festival im Sommer 2002 nur folgerichtig.

Die Welt

Konzert in Castelgandolfo beim Papst

Das strenge vatikanische Protokoll hatte das Konzertprogramm auf das b-moll Konzert von Tschaikowsky verkürzt. In der kraftvollen, dynamischen, aber ebenso dialogischen Interpretation von Tainton und Frantz war das Klavierkonzert ein musikalisches Hochgenuss, offenbar auch für den Papst, der überraschend und abweichend von den Gepflogenheiten, um eine Zugabe bat.

Goslarsche Zeitung

Schnittke Klavierkonzert

Das Konzert war ein faszinierendes Klangerlebnis, das Tore zu neuen musikalischen Welten öffnete. Christopher Tainton ließ in höchster Technik herausragende Klangräume lebendig werden, die tief eindrangen, Fragen stellten: wuchtig, dämonisch aber auch pochend und hoffend. Die volle Klangausschöpfung und der Vorstoß in neue musikalische Dimensionen riß das Publikum nahezu von den Stühlen.

MZ Kultur, Bad Wörishofen

Beethovens Klavierkonzerte

In gelöstem Spiel interpretierte Tainton einen Beethoven, der beim Publikum Begeisterung auslöste: enthusiastisch, träumerisch und vollends verinnerlicht. Das Klavierkonzert Nr. 1, opus 15 wirkt noch immer verblüffend und mitreißend zugleich, hält Takt um Takt neue Überraschung bereit. Vor allem versah Tainton das Stück mit viel Prägnanz, rhytmischer Gestaltung und pointiertem Humor im heiteren Rondo-Finale. Das das Programm kurzfristig geändert worden war, sollte spätestens jetzt vergessen sein, so großartig war das Solospiel des jungen Pianisten.

The Chronicle-Herald (Kanada)

Dynamic Tainton astonishes with command of piano

Concert Review

By Stephen Pedersen, Arts Reporter

German pianist Christopher Tainton, dragging a cloud of jetlag behind him which him half an hour late to the condert in St. Mary´s University Art Gallery, have a dazzling smile to the full house, then sat down and plunged ... into his first piece, Bach´s Partita No. 5 in G Major, as though he had no time to lose.

It was a playful performance, a testing of the piano an a warmup of the fingers, so there were a few notes that didn´t sound, an a few rhythmic twists and turns in the opening Prelude that skidded by. But long before the end of the Final Guide, Tainton had taken the measure of the instrument and put it on notice the he had every intention of pushing ist, stretching it, making it coo, and attacking itwith such ferocity that, by the time he had gotten the Rachmaninoff Sonate by the throat at the end of the recital, it awoke from its dark lair and roared out upon uns breathing fire and smoke. This is an astonishing young performer. His dynamic range is huge, one moment making the piano whisper softly enough to make you hold your breath, an in the next making ist bellow till you began to think of taking cover. One of Tainton´s gifts is his intensity. He plays these concert standards as though no one had ever played them before. You don´t want to mess a note.

The second work on the programm, Hans Werner Henze´s Toccata Mistica, was astringent, insistent, dissonant and fiercely played.

Tainton then played Beethoven´s last Sonate, No. 32, Op. 111 in C Minor. Ist was a convincing performance, but the marvellous sense of spontaneous improvisation in the second (wich is also the last) movement was compromised by a strong feeling that Taintons knew only too well where he was going.

A tough point with this profound work.But it can make you feel, as perhaps with no other piece of music, that Beetnoven takes us into the darkness of his own mind where the music that illuminates it takes him by surprise as much as ist does us. Only this was missing from Tainton´s performance.

The two Chopin Nocturnes, Nos. 1 and 2 of Op. 27, were exquisitely played, Tainton perfectly balancing the voices and presenting as many as three levels of dynamic at once, the inner voices rising and falling like smoke.

The Rachmaninoff Second Sonata, an extremely difficult work to play, showed Tainton´s formidable technical mastery and musical understanding. Changing tempi and texture in split seconds, he nailed every note, I´d be willing to bet, an at times there seemed more notes than fingers - an astonishing tour d